Zum Inhalt springen

Nowruz kündigt sich an

Nowruz

Nowruz kündigt sich an –
mit grünen Zweigen, mit dem Duft der Hyazinthen, mit dem Versprechen des Lichts,
mit einem lächelnden Gesicht, das Leben, Hoffnung, Schönheit und Frische mit sich bringt.

Doch in diesem Jahr scheint Nowruz trotz all seiner Freude und Lebenskraft
eine tiefe Trauer auf seinen Schultern zu tragen.
Sein gewohntes Lächeln wirkt unvollendet,
sein Blick müde.

Trotz der Gegenwart des Frühlings sieht man die Blume des Nowruz nicht.
Es ist, als wüsste auch er,
dass wir in diesem Jahr in einer allgemeinen Trauer leben,
in einem Schmerz, der die Größe einer ganzen Gesellschaft umfasst.

Nowruz leugnet die Trauer nicht,
doch selbst im Raum dieser kollektiven Trauer
glaubt er nicht an ein Stillstehen des Kreislaufs des Lebens.

Dieser Gegensatz von Trauer und Erneuerung
ist in Wahrheit das Wesen des Lebens.
Ein Leben ohne Erneuerung
kündet von seinem Ende.

Nowruz ist das Symbol von Geburt und neuem Aufstehen,
die Erinnerung daran,
dass kein Winter ewig währt.

Nowruz ist in diesem Jahr nicht das stets ausgelassene, jubelnde Fest.
Er ist ein Innehalten zwischen Trauer und Hoffnung,
ein Moment des Erinnerns,
ein Moment, um das Verlorene beim Namen zu nennen,
um die Flamme des Morgen zu bewahren
und an Erneuerung und Wiedergeburt festzuhalten.

Nowruz ist in diesem Jahr auch die Kraft des Widerstands und des Kampfes,
die sich dem fremden Unterdrückungsgeist entgegenstellt.

Nowruz ist nicht nur ein einfaches Fest;
er ist eine symbolische Sprache,
die von Leben, Hoffnung und Erneuerung spricht.

Und vielleicht ist Nowruz in diesem Jahr
auch eine Gelegenheit,
an Mitgefühl und gegenseitige Unterstützung zu erinnern,
an den gemeinsamen Kampf auf dem Weg
zu Freiheit und sozialer Gerechtigkeit.

Nasser Alizadeh, 20. März 2026

Nowruz